Es wird mehr geklaut! Was Händler jetzt gegen steigende Inventurdifferenzen tun können

Die aktuellen Zahlen der EHI-Studie zeigen deutlich: Im deutschen Einzelhandel wird wieder spĂĽrbar mehr gestohlen! Im vergangenen Jahr stieg das Gesamtvolumen der Diebstähle gegenĂĽber dem Vorjahr um 3,2 %. Insgesamt entstand dem Handel dadurch ein enormer wirtschaftlicher Schaden von rund 4,5 Milliarden Euro. Während etwas mehr als ein Viertel der Inventurdifferenzen auf das eigene Personal und Lieferanten zurĂĽckgeht, entfällt der größte Anteil auf Ladendiebstähle durch Kunden. 

Doch wie entstehen diese massiven Verluste konkret und welche Maßnahmen helfen Händlern am Point of Sale (POS), sich wirksam und nachhaltig zu schützen?

Wie hoch ist der Schaden durch Ladendiebstahl tatsächlich?

Die wirtschaftliche Belastung für den Handel erreicht neue Höchststände: Die branchenweiten Inventurdifferenzen im deutschen Einzelhandel sind auf 5,11 Milliarden Euro angestiegen. Der größte Anteil davon – 4,33 Milliarden Euro – geht auf das Konto von Diebstählen durch Kundschaft, eigene Beschäftigte und Lieferanten.

Betrachtet man die offizielle polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025, zeigt sich jedoch ein Paradoxon. Hier wird ein Rückgang der Anzeigen um 5,4 % auf insgesamt 383.096 Fälle verzeichnet. Experten und das EHI stellen jedoch klar, dass dies nicht das tatsächliche Diebstahlgeschehen auf der Verkaufsfläche abbildet. Der Grund ist eine zunehmende Anzeigemüdigkeit. Über 98 % aller Ladendiebstähle werden im Handel gar nicht erst erkannt oder angezeigt – oft wegen des hohen bürokratischen Aufwands und der Überlastung der Strafverfolgungsbehörden.

Allein der Schaden durch unehrliche Kunden beläuft sich laut EHI-Schätzung auf 3,05 Milliarden Euro. Hochgerechnet bleiben jährlich etwa 24,8 Millionen Ladendiebstähle (bei einem durchschnittlichen Wert von 123 €) komplett unentdeckt. Zusammen mit den 3,3 Milliarden Euro, die Händler pro Jahr für Präventionsmaßnahmen und Sicherheitstechnik ausgeben, kostet das Thema den Einzelhandel unterm Strich rund 7,8 Milliarden Euro jährlich.

Der unentdeckte Verlustbringer

Was viele Händler unterschätzen: Ganze 780 Millionen Euro der Verluste entstehen laut EHI überhaupt nicht durch Diebe, sondern schlichtweg durch organisatorische Mängel sowie Erfassungs-, Buchungs- und Bewertungsfehler im eigenen System.

Warum nehmen Diebstähle im Einzelhandel zu?

Grundsätzlich lässt sich der Ladendiebstahl in zwei Kategorien einteilen, die Händler vor unterschiedliche Herausforderungen stellen.

  1. Organisierte und gewerbsmäßige Diebstähle, die meist bandenmäßig, arbeitsteilig und professionell durchgeführt werden.
  2. Gelegenheitsdiebstähle, bei denen Händler in den vergangenen Jahren auch einen deutlichen Zuwachs verzeichnen.

Als primäre Ursachen werden in der Branche die wirtschaftliche Entwicklung, die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die damit einhergehende sinkende Kaufkraft diskutiert. Gleichzeitig berichten viele Händler von einer zunehmenden Belastung der Strafverfolgungsbehörden, wodurch Verfahren teilweise erheblich verzögert werden oder ganz im Sande verlaufen.

Ein weiterer besorgniserregender Trend: Es wird zunehmend eine steigende Aggressivität gegenüber dem Verkaufspersonal bei der direkten Ansprache von Tatverdächtigen beobachtet. Umso wichtiger ist es heute, das eigene Personal durch automatisierte, technische Systeme zu schützen und präventiv zu entlasten, damit Konfliktsituationen auf der Fläche gar nicht erst entstehen.

Welche MaĂźnahmen helfen effektiv gegen Ladendiebstahl?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Inventurdifferenzen im eigenen Geschäft zu reduzieren. Besonders wirksam ist in der Praxis die Kombination aus aufmerksamen Mitarbeitern und moderner Technologie. 

Geschultes Personal & Detektive

Gut geschulte Mitarbeiter erkennen auffälliges Verhalten auf der Verkaufsfläche frühzeitig und können Kunden gezielt und freundlich ansprechen. An besonders betroffenen Standorten oder zu Stoßzeiten kann zusätzlich der Einsatz von professionellen Ladendetektiven sinnvoll sein.

Moderne Sicherheitstechnik & RFID

Videoüberwachung liefert im Nachgang Beweise, verhindert den Diebstahl im Moment der Tat jedoch selten. Deshalb setzen immer mehr Händler auf elektronische Warensicherungssysteme (EAS). Vor allem die RFID-Technologie (Radio-Frequency Identification) revolutioniert hier den Markt, da sie Warensicherung und Bestandsmanagement perfekt vereint. Falls Sie mehr zum Thema Diebstahlschutz mit RFID erfahren möchten, klicken Sie hier.

Self-Checkout (SCO) intelligent absichern 

Self-Checkout-Kassen bieten Kunden einen schnellen, komfortablen Einkauf, stellen die Diebstahlprävention jedoch vor völlig neue Herausforderungen. Moderne SCO-Lösungen verfĂĽgen daher ĂĽber Funktionen, die auffällige Scanvorgänge (z. B. das Nicht-Scannen eines Artikels) sofort erkennen und das Personal gezielt darauf hinweisen. Ergänzende Stichprobenkontrollen sowie kameragestĂĽtzte KI-Analysen helfen, Inventurdifferenzen an der SB-Kasse auf ein Minimum zu reduzieren. 

Wie unterstützt POSMAN bei der Diebstahlprävention?

Digitale POS-Lösungen helfen Händlern dabei, Inventurdifferenzen zu reduzieren, Bestände transparent zu verwalten und den Checkout sicher zu gestalten. Mit POSMAN bieten Ihnen perfekt aufeinander abgestimmte Lösungen für maximalen Schutz.

RFID – Mehr als reine Warensicherung

RFID ist weit mehr als ein simpler digitaler Diebstahlschutz. Mit der RFID-Anbindung unserer POSMAN Kassensoftware lassen sich alle Warenbewegungen lückenlos nachvollziehen. Gleichzeitig beschleunigt RFID den Kassiervorgang, da mehrere Artikel gleichzeitig erfasst werden können, ohne jeden einzelnen Barcode zu scannen. Das spart Zeit, entlastet Ihr Personal und sichert die Ware gleichzeitig beim Verlassen des Ladens ab.

POSMANmde – Inventuren effizient durchführen

Diebstahlschutz beginnt mit der exakten BestandsfĂĽhrung. Nur wer seine Fehlbestände kennt, kann handeln. Mit POSMANmde erfassen Sie Ihre Bestände mobil per MDE-Gerät direkt am Lagerort oder im Regal. Die Zähldaten werden in Echtzeit an die Warenwirtschaft TRADEMAN ĂĽbertragen. Da mehrere Mitarbeiter parallel und sogar während des laufenden Betriebs zählen können, werden Inventuren fehlerfrei, schnell und hocheffizient. 

Self-Checkout – der nächste Schritt

Aktuell arbeiten wir an der Verknüpfung unserer Self-Checkout-Lösung POSMANsco mit moderner RFID-Technologie. Das Ziel: Ein noch komfortablerer Kassiervorgang für ehrliche Kunden bei gleichzeitig maximaler Sicherheit vor Verlusten am Point of Sale.

Fazit

Die neuen EHI-Zahlen zeigen, dass Abwarten für Händler teuer wird. Ein moderner Diebstahlschutz erfordert das Zusammenspiel von Mensch und Technik. Mit den Funktionen von TRADEMAN und POSMAN – von der mobilen MDE-Inventur bis hin zum RFID-gestützten Kassiervorgang – sichern Sie Ihre Margen, entlasten Ihr Personal und halten Ihre Bestandsdaten sauber.

Sie möchten Ihre Inventurdifferenzen effektiv senken?

Wir unterstützen Sie dabei, die passende Lösung für Ihr Unternehmen zu finden.

Sprechen Sie gerne unser Vertriebsteam für eine persönliche und individuelle Beratung an. Gemeinsam finden wir heraus, welche Maßnahmen am besten zu Ihren Filialen und Prozessen passen!